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26. Juni 2013

Wirtschaftszeitung zitiert Marcel Radke zu Scheinselbstständigkeit

In ihrer Ausgabe 07/2013 beschäftigte sich die in Ostbayern erscheinende „Wirtschaftszeitung“ mit den aktuellen Ermittlungen gegen den ehemaligen CSU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid wegen der sogenannten „Verwandtenaffäre“.

Schmid hatte seine Ehefrau jahrelang als Bürokraft auf Honorarbasis beschäftigt und ihm wird deshalb der Vorwurf der Vorenthaltung von Sozialabgaben wegen einer „Scheinselbständigkeit“ seiner Ehefrau gemacht. Im Beitrag der Wirtschaftszeitung wurde auch WW+KN-Steuerfachwirt Marcel Radke als Spezialist für lohnsteuerliche Fragen zitiert.
Eine Scheinselbständigkeit liegt vor, wenn eine Person als selbständiger Unternehmer oder Freiberufler auftritt, obwohl sie von der Art ihrer Tätigkeit her Arbeitnehmer ist. Es wird ein Arbeitsverhältnis verschleiert und eine Tätigkeit als selbständiger Auftragnehmer deklariert, damit Sozialabgaben, arbeitsrechtliche Bestimmungen und weitere mit einem Arbeitsverhältnis zusammenhängende Pflichten vermieden werden. Vor allem bei freien Mitarbeitern und Subunternehmern wird in vielen Fällen durch die Sozialversicherungsbehörden eine Scheinselbständigkeit qualifiziert. Wenn eine Scheinselbständigkeit festgestellt wird, sind nicht geleistete Sozialversicherungsbeiträge und Steuerzahlungen nachträglich zu entrichten. Dabei wird regelmäßig gegen die Beteiligten auch ein Strafverfahren wegen Schwarzarbeit nach § 1 Abs. 2 SchwarzArbG eröffnet.

„Die Risiken einer Scheinselbständigkeit werden durch Firmen in der Praxis häufig unterschätzt“, sagt Marcel Radke, der bei WW+KN viele Spezialfragen aus dem Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbereich bearbeitet. Wichtige Kriterien, ob eine Selbständigkeit oder ein Anstellungsverhältnis vorliegt sind laut Radke ob eine Weisungsgebundenheit gegenüber dem Auftraggeber vorliegt und wie die Einbindung in dessen Organisation erfolgt, wie die Arbeitszeit gestaltet werden kann und ob es auch Dritten gestattet ist, die im Rahmen des Auftrags vereinbarten Leistungen zu erbringen. „Wenn ein Unternehmer mehr als fünf Sechstel seines Umsatzes mit einem Auftraggeber macht, ist in der weit überwiegenden Zahl der Fälle von einer Scheinselbständigkeit auszugehen“, erläutert Radke. Auch sei noch ein Kriterium, ob der Auftragnehmer selbst noch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigt und in seiner Person die unternehmertypischen Merkmale zu erkennen sind.

„In der Praxis häufig ungenutzt bleibt die Möglichkeit, dass man bei den Sozialversicherungsbehörden eine Statusfeststellung für den betreffenden Auftragnehmer einholen kann“, sagt WW+KN-Experte Radke. Dadurch kann geklärt werden, ob die Person aus Sicht der Behörden als Selbständiger oder als Arbeitnehmer einzustufen ist. „Gerade im Hinblick auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen bei der Feststellung einer Scheinselbständigkeit ist jedem Unternehmer die Einholung einer solchen Statusfeststellung dringend zu empfehlen“, meint Radke.

Artikel in der Wirtschaftszeitung zum Download.

Hinweis: Das Interview gab Marcel Radke noch unter der Firmierung SH+C. Seit Anfang November 2013 firmiert die vormalige Kanzlei SH+C Regensburg allerdings unter WW+KN.