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Bedeutung der Digitalisierung für das Rechnungswesen

15. September 2018 /

Die Trennlinien zwischen Abteilungen und Firmen, zwischen Organisationen und Systemen werden mit Industrie 4.0 überwunden. Künftig werden gemeinsam Erfolge durch neue Ausmaße der Digitalisierung erzielt werden. Verlieren werden dabei diejenigen, die sich den Änderungen verschließen oder zu spät darauf reagieren.

„Das Rechnungswesen 4.0 muss aktiv gestaltet werden, wenn sich Unternehmen auf dem Markt behaupten wollen.“

INTERVIEW: Matthias Winkler, Steuerberater und Geschäftsführer bei WW+KN

  • Industrie 4.0 ist in aller Munde, aber wie muss man sich Rechnungswesen 4.0 vorstellen?
    Die automatische Verarbeitung von Daten aus dem Onlinebanking und der Fakturierungssoftware für Zwecke der Finanzbuchhaltung ist heute in den meisten Betrieben schon Standard. Zunehmend werden auch detaillierte Daten aus Warenwirtschafts-, Reisekosten- und Kassensystemen automatisiert in das Rechnungswesen übernommen. Dieser Trend wird sich beschleunigen und künftig werden auch verstärkt Lieferantenrechnungen nicht mehr manuell, sondern digital in das Buchhaltungssystem eingespielt. Manuelle Kontierungsvorgänge werden im Rechnungswesen in den nächsten Jahren vollständig wegfallen. Einmal erfasste Daten werden kein zweites Mal manuell erfasst. Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert.
  • Welche Chancen bietet Rechnungswesen 4.0?
    Ganz klar wird die Digitalisierung zu einer spürbaren Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung im Rechnungswesen beitragen. Für Firmen wird es aktuelle immer schwieriger, Fachkräfte für Buchhaltung und Controlling zu finden. Da schafft Rechnungswesen 4.0  neue Handlungsspielräume. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Buchhaltungsdaten künftig noch schneller und im Idealfall sogar tagesgenau verfügbar sind. Dadurch eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten für die Liquiditätssteuerung. Außerdem werden Fehlerquellen bei der Datenerfassung eliminiert.
  • Wo liegen die größten Herausforderungen für Unternehmen bei der Digitalisierung im kaufmännischen Bereich?
    Erfahrungsgemäß stoßen gerade bei Mitarbeitern in der Buchhaltung die digitalen Veränderungen auf große Ablehnung. Hauptaufgabe der Unternehmensleitung ist es daher, die Mitarbeiter für die neuen und veränderten Aufgaben zu motivieren und fit zu machen. Manuelle Buchungen sind nicht mehr zeitgemäß, sie charakterisieren einen rückständigen Wirkungsbereich. Daneben muss das Rechnungswesen 4.0 aktiv gestaltet werden, damit unsystematische Entwicklungen bei elektronischen Anwendungen – sogenannte Insellösungen – im kaufmännischen Bereich verhindert werden.
  • Mit der Digitalisierung wird der Steuerberater dann quasi überflüssig?
    Sicher wird auch ein Großteil der manuellen Arbeit in Steuerkanzleien wegfallen. Der Steuerberater wird sich künftig noch mehr mit Inhalten beschäftigen, insbesondere mit der Frage, wie sich das Geschäft seines Mandanten verbessern und optimieren lässt. Der Steuerberater hat als Vertrauensperson Einblick in viele unterschiedliche Betriebe und schöpft damit aus einem großen Erfahrungsschatz. Auch als Outsourcing-Partner für die Buchhaltung des Mandanten werden digitale Steuerkanzleien gewinnen, da sie die Leistungen künftig effizienter und schneller anbieten werden, als Betriebe dies mit eigenen Kräften darstellen können. Gerade bei mittelständischen Unternehmen sehen wir den technisch gut aufgestellten Steuerberater in einer Schlüsselposition bei der Digitalisierung im Rechnungswesen.
  • Wie stellt sich Ihre Kanzlei WW+KN konkret auf diese Entwicklungen ein?
    Wir als WW+KN haben mittlerweile eine eigene IT-Abteilung mit Technikern aufgebaut, welche die Verzahnung zwischen unseren fachlichen Mitarbeitern und den IT-Systemen unserer Mandanten betreuen. Dadurch können wir Daten aus allen digitalen Schnittstellen unserer Mandanten in unsere Buchhaltungssoftware übernehmen und teils taggenaue Auswertungen liefern. Gleichzeitig haben wir einen Wissenspool an digitalen Strategien aufgebaut, den auch unsere Mandanten nutzen und so teure Fehler bei digitalen Umstellungen vermeiden können. Uns ist wichtig, dass wir im Bereich Digitalisierung Vorreiter sind und als kompetenter Ansprechpartner sowie als Impulsgeber für unsere Mandanten agieren können.